Interessengemeinschaft Bronzeplastik
Joseph von Eichendorff e.V.
"Schläft ein Lied in allen Dingen die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort."

Bronzeplastik Joseph von Eichendorff

 

Am 30. April 1805 kamen die Brüder Wilhelm und Joseph von Eichendorff nach Halle. Sie waren 18 und 17 Jahre alt und hatten bereits ein Jahr in Breslau studiert. Beide stammten aus einer schlesischen Adelsfamilie, die ihren Sitz auf Schloss Lubowitz bei Ratibor hatte.

Halles Universität zog durch ihren guten Ruf zu Beginn des 19. Jahrhunderts viele Studenten an, die sich teils mit ihren Professoren auch im Dichterparadies in Reichardts Garten trafen, dem Komponisten, der sich in Giebichenstein sein romantisches „Jubelparadies“ erschuf. Doch die Brüder Eichendorff waren zu unbekannt, zu jung. Der große Romantiker blieb Zaungast. Dennoch ist aus seiner kurzen Hallenser Studentenzeit ein Tagebuch überliefert, das interessante Einblicke bietet. Eichendorff badete in der Saale, er rauchte in Halle seine erste Pfeife und besuchte auch für ein paar Silbergroschen „Nanete“ und „Madlen“. Er bewunderte die romantische Burgruine Giebichenstein, in der er eine „artige Werkstatt für ein junges Dichterherz“ fand. Die inzwischen zur halleschen Hymne gewordenen Zeilen: „Da steht eine Burg überm Tale und schaut in den Strom hinein“ schrieb er als älterer Mann, er erinnert sich wehmütig an die Studentenzeit in Halle. „Das Fräulein ist alt geworden“ heißt es in einer der unbekannteren Strophen. Und wie der Burggeist „steh ich jetzt ohne Genossen und kenne die Gegend kaum“. „Bei Halle“ heißt diese melancholische Erinnerung. In einem Obelisk ist der erste Vers eingetragen. Er steht in der Mitte der 1897 vom halleschen Verschönerungsverein auf den Klausbergen an der Saale errichteten Eichendorffbank.

Doch es gibt auch übermütige Verse Eichendorffs, die an Halle erinnern: „Kennst Du noch die irren Lieder aus der alten schönen Zeit“. Halle als Ort der übermütigen Jugend.

Dafür lohnt sich ein Pendant zu der etwas versteckten Eichendorffbank, das an den jungen Dichter erinnert: Eine bewegte Skulptur am Fuße der Klausberge, mit dem Rücken zum Dichterparadies, in das er nicht eingelassen wurde und Blick auf die „artige Werkstatt“ Burg Giebichenstein, bzw. auf die Saale, in der er badete, wäre eine moderne Ehrung der Stadt Halle für ihren berühmten Studenten und – ihre Jugend.

(Text Simone Trieder)

Die Bronzeplastik wurde vom halleschen Bildhauer Prof. Göbel realisiert, der unseres Erachtens die Gewähr dafür bot, eine Figur des jungen Joseph von Eichendorff zu schaffen, die sich harmonisch in das Dichterparadies der Romantik einfügt und das Saaleufer zugleich bildkünstlerisch aufwertet.

Prof. Göbel arbeitete seit Anfang des Jahres 2019 an der Figur.

Der gemeinsam vom Verein, Prof. Göbel und der Stadtverwaltung vorgeschlagene Standort westlich der
Emil-Eichhorn Straße wurde schließlich vom Stadtrat bestätigt.

Den Standort des Denkmals finden Sie hier:

   © 2020 by Till Schmidt                                                                                                                                                                                               Impressum & Datenschutz